Tag 18: “Lost At Sea” von Bryan Lee O´Malley

lostatseaTag 18 der Aktion „31 Days of Comics“ bei der jeden Tag ein Comic unter einem bestimmten Motto vorgestellt wird. Heute: „A comic that deserves a soundtrack” — „Ein Comic, das einen Soundtrack verdient“.

Heute eine sehr interessante Aufgabe: Welches Comic verdient einen Soundtrack? Mit welcher Art von Musik würde man das eine oder andere Comic unterlegen? Ausgeschlossen habe ich Musikerbiographien, wie „Cash – I see a darkness“ von Reinhard Kleist oder „Der fünfte Beatle: Die Brian Epstein Story“ von Vivek J. Tiwary, hier wäre die Wahl zu eindeutig. „Scott Pilgrim“ wäre eine weitere logische Idee, da es aber schon eine Verfilmung (IMDB) samt Soundtrack gibt, habe ich mich auch dagegen entschieden, brachte mich aber auf eine neue, entscheidende Idee: Die wunderschöne, melancholische Geschichte „Lost at Sea“ von „Scott Pilgrim“-Autor Bryan Lee O´Malley.

„Lost at Sea“ handelt von der 18-jährigen Raleigh und ihrer Heimreise nach Kanada. Sie hatte in Kalifornien ihren Vater und ihren Freund besucht, verpasst ihren Zug nach Hause und trifft aber zufällig auf Mitschüler ihrer High School, die sie in ihrem Auto mitnehmen. Während dieser Fahrt denkt Raleigh über ihr Leben nach, sie glaubt, dass sie keine echten Freunde hat, ihre Mutter ihre Seele verkauft hat und die Seele nun in einer Katze weiterlebt. Sie fühlt sich dem Wahnsinn nahe und durchlebt eine Phase existenzieller Verwirrung. Die drei Mitfahrer, Stephanie, Ian und Dave, tragen alle ihre eigenen Probleme und Sorgen mit sich herum und haben, für Raleigh überaschend, deshalb Verständnis für ihr chaotisches Seelenleben und helfen ihr ohne Fragen zu stellen. Diese gemeinsamen Erlebnisse bringen die vier jungen Erwachsenen aneinander näher.

Es tauchen zwei Songs in dem Buch auf:  Zum einen „Hound Dog“ von Elvis Presley (wird im Radio gespielt) und „Penpals“ von Sloan (wird von Stephanie gesungen).

Generell könnte man die Graphic Novel mit 90er Jahre Alternative/Independent-Musik unterlegen, von Beck bis Nirvana, obwohl die Geschichte vermutlich nicht in den 1990er, sondern irgerhcpndwann nach 2000 spielt.
Am Anfang des Roadtrips hat die Gruppe es nicht besonders eilig nach Hause zu kommen, das Motto scheint „It’s time to leave this town / It’s time to steal away / Let’s go get lost” (Red Hot Chili Pepers / „Road Trippin”) zu sein, generell würden einige Stücke des RHCP Albums „Californication” passen.
Nirvanas „Come as you are”nirvana liegt ständig in der Luft, da die Selbstfindung bei allen Protagonisten auf dieser Reise eine große Rolle spielt. Zu den Rückblenden, die von Raleighs Kindheit und Schulzeit erzählen, passt „But I’m a creep /  I’m a weirdo / What the hell am I doin’ here? / I don’t belong here” (Radiohead / “Creep”), als Alternative „Loser” von Beck.
Zu einer der wenigen fröhlichen und sehr befreiend wirkenden Szenen, dem Herumspringen auf den Hotelbetten, dröhnt in meinem Kopf „Song 2“ von Blur … “WooHooo“.

  • Bryan Lee O´Malley “Lost at Sea” // 2003 // Oni Press
  • “Lost at Sea” ist Anfang 2014 in einer schönen “10-Year Anniversary Edition” als Hardcover mit einigen kurzen Zusatzgeschichten erschienen.